Märchen in Bildern
Carmen Benner stellt auf Burg Rheinfels aus
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St Goar, 07. Mai 2005, 17:00 Uhr - Trotz widriger Wetterverhältnisse lockte es viele Kunstinteressenten zur Ausstellungseröffnung der Märchenbilder von Carmen Benner und der Künstlergruppe A REBOURS zu den Treidlern in die Große Wachstube auf Burg Rheinfels. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dabei acht großformatige Bilder, die, dem Andersenjahr entsprechend, die Märchen des großen Dänen neu interpretieren. Treidlervorsitzender Jürgen Helbach übernahm für den verhinderten Bernhard Nauroth die Einführung in die Ausstellung. Dabei wurde eine Antwort auf die Frage gesucht, warum sich eine junge Künstlerin mit Märchen auseinandersetzt, ohne zum x-mal die bekannten Inhalte einfach nur zu reproduzieren. Die Antwort scheint zunächst ganz einfach: Weil es ihr Spaß macht. Das Wort ist freilich nicht in seiner inflationären Bedeutung gemeint, sondern es ist vielmehr die Freude an der Auseinandersetzung mit einem schwierig gewordenen Stoff. Dabei geht Carmen Benner nicht spektakulär mit dem Thema um, sie verzichtet auf überzogene Effekte, wie sie zum Beispiel aus der so genannten Fantasy bekannt sind. Sie wählt einen behutsameren Weg, der beim genaueren Hinsehen aber doch überrascht. Es ist eine Annäherung mit vagen Verschiebungen.
Aus diesen Bezügen
heraus gibt sich die Wahl H. C. Andersens, der neben Hauff und den
Gebrüder Grimm, für uns der Märchendichter par excellence ist. Die
meisten seiner Märchen haben, ein glückliches Ende, oft sogar etwas
Hoffnungsvolles im religiösem Sinne. So eignet sich also der
200.Geburtstag von HCA, um einen kleinen, behutsamen Kontrapunkt zu
setzen. Man darf beim Betrachten der Bilder, die natürlich auch als
Hommage gedacht sind, vielleicht nicht vergessen, das zeitgleich und im
gleichem Land eine neue Philosophie entstand, die einen Paradigmen
Wechsel im Denken und in der Kunst ankündigte. Gemeint ist Søren
Kierkegaard und der Existenzialismus, in dessen Zentrum die Angst steht.
Und so bleibt dann die Frage, ob wir nicht wirklich in eine märchenlose,
eine entzauberte Welt entlassen wurden. Im Kontext des großen
HCA-Projektes der Treidler ist diese Ausstellung von Carmen Benner und
Bernhard Nauroth (A REBOURS) ein wichtige Mosaikstein für das ganze
Event. Dass die Besucher sich neben der Kunst an Gaumengenüssen, ganz im
Sinne Andersens an dänischen Schnittchen und dänischem Bier, erfreuen
konnten, rundete die gelungene Vernissage ab. Ortsvorsteher Michael
Hubrath eröffnete für die Stadt St Goar die Ausstellung. Informationen: |

Modell und Bild: Mädchen mit den Schwefelhölzern